„Gönne Dich Dir selbst“

Achtsamkeit – auch für mich selbst

Gut erholt und mit vielen praktischen Tipps im Gepäck kehrten die Mitarbeiterinnen des Caritas-Hospizkreises für die Stadt Warstein von der Tagung „Achtsamkeit – auch für mich selbst“ aus Paderborn zurück. Zum 1. Mal fand dieser Tag für die Pflegenden im Bildungshaus Liborianum statt, der „ein Geschenk für Sie (die Pflegenden) sein soll“, so Dr. Werner Sosna, Referent im Liborianum, in seiner Begrüßung. „Heute sollen Sie durchatmen können und Dankbarkeit und Wertschätzung erfahren.“ In Zusammenarbeit mit der Klinikseelsorge und der Caritas im Erzbistum Paderborn, dem Brüderkrankenhaus St. Josef und dem Liborianum war der Tag vorbereitet worden.

Mit einem erfrischenden und praxisnahen Impulsvortrag von Krankenhausseelsorger Norbert Kremser, der kurzfristig als Referent eingesprungen war, waren alle TeilnehmerInnen gut in das Thema Achtsamkeit eingeführt worden: „Das Erste, was zur Achtsamkeit gehört ist das Wahrnehmen: sich selbst, das, was gerade ist – ohne Bewertung. Trauen Sie Ihrem Gespür, üben Sie, achtsam mit sich umzugehen.“ Dann lud er alle Anwesenden ein die Augen zu schließen und nur zu hören. Eine zweite Übung war die Hände zu falten und dann jeden Finger einzeln „umzulegen“. Eine Definition von Achtsamkeit (= ungeteilte Aufmerksamkeit) lautet: Weiß ich, wo ich gerade bin und was ich gerade tue?

In mehreren Workshops konnten anschließend unterschiedliche Möglichkeiten ausprobiert werden achtsamer mit sich umzugehen; wenn z. B. wenig Zeit ist bietet sich das Fingeratmen oder eine Klopfmassage an. Besonderes Interesse bestand bei den Hospizmitarbeiterinnen natürlich an dem Workshop „Hab Acht auf mich – Achtsamkeit in der Begleitung Sterbender“.

Zum Abschluss des Tages feierte Erzbischof Hans-Josef Becker mit allen TeilnehmerInnen im Hohen Dom zu Paderborn einen Wortgottesdienst. „Der Dom als geistlicher Mittelpunkt, der sowohl zur Ruhe als auch zum Gebet einlädt.“ Positive und aufmunternde Worte fand Becker in seiner Ansprache. Mit dem Zitat von Bernhard von Clairvaux „Gönne dich dir selbst! Ich sage nicht: Tu das immer. Ich sage nicht: Tu es oft. Aber ich sage: Tu es wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.“ verdeutlichte Becker, dass Eigenliebe nötig ist um gut für andere da sein zu können, und dass es wichtig ist, gut mit sich selbst umzugehen. Er ermunterte die Anwesenden auch das Gespräch mit Gott zu suchen, sich für seine Gegenwart zu öffnen und Orte der Stille zu suchen. Mit den Worten „Durch den Dienst am Menschen wird Gottes Hinwendung zum Nächsten sichtbar“ dankte er allen TeilnehmerInnen und wünschte ihnen Kraft, Freude und Erfüllung bei ihren Aufgaben.

Unbenannt

 

Verdiente Pause