Archiv für den Monat: November 2013

Der Hospizkreis berichtete bei skf- Fortbildung über die Begleitung sterbender Mitmenschen

Wenn sich sozial tätige Ehrenämter treffen, gibt es oft Parallelen in ihrer Arbeit. In einem regen gegenseitigen Dialog endete am Mittwochabend die Fortbildung der skf- Betreuer. Zu Besuch waren Elisabeth Liß und Andrea Cramer, Koordinatorinnen des Warsteiner Hospizkreises, die einerseits ihre Arbeit und die ihrer 20 Mitarbeiterinnen vorstellten, andererseits auch interessiert am Tun des skf- Teams waren. Wenn man am Ende eines solchen Treffens Schnittstellen ausmachen kann, in denen der eine vom anderen profitieren kann, umso besser.

Zu einem solch positiven Fazit kamen die Mitglieder auch vorgestern in den skf- Räumen. Um einen rechtlichen Betreuer zu bestellen, bedarf es für die hauptamtlichen skf- Mitarbeiterinnen Anja Roderfeld und Michaela Scheppelmann nicht nur einen Gerichtsbeschluss, sondern zunächst einmal die Bedarfsinformation. Hier kann zukünftig der Hospizkreis helfen, da die Mitarbeiter manchmal früh mit dem Patienten in Kontakt treten. Bei Dingen wie das Erstellen einer Patientenverfügung oder behördlichen Anträgen (mit dem eventuell auch die Angehörigen überfordert sind) kann der skf dann helfen.

„Es war sehr interessant- und für beide Seiten gut!“, lautete das einvernehmliche Resümee der Mitglieder nach dem 90-minütlichen Austausch, in dessen Fokus die Warsteiner Hospizarbeit lag. Seit fast zwei Jahren sind Andrea Cramer und Elisabeth Liß als Koordinatorinnen des Hospizkreises der Caritas aktiv, der zusätzlich dem CKD, dem Netzwerk von Ehrenamtlichen und seit dem vergangenen Jahr zusammen mit Ärzten und Krankenschwestern dem Warsteiner Palliativ-Netz angehört. Das Zuständigkeitsgebiet beinhaltet neben den Warsteiner Stadtteilen auch Kallenhardt. Die Ausbildung zum Sterbebegleiter werde zu zweidrittel vom Erzbistum Paderborn finanziert, informierten die Referentinnen. „Ein Drittel übernehmen wir durch unsere Spenden.“ Diese erhalte der Kreis vor allem durch zufriedene Patienten, die sich nach ihrem Ableben, statt Blumenschmuck fürs Grab eine Gabe für den Hospizkreis wünschen. 29 Mal begleiteten die Mitarbeiterinnen im vergangenen Jahr Sterbende auf ihrem letzten Weg, zum Teil zuhause oder aber im Pflegeheim. Gerade hier sei das Personal, das oft zu zweit für 30 Patienten zuständig sei, dankbar für die Unterstützung. Wichtig sei zunächst, dass der Erstkontakt über das zuständige Pflegepersonal, die Angehörigen oder den Patienten selbst erfolgen müsse. „Wir wollen und dürfen uns nicht aufdrängen!“ Dem folgt ein erster Besuch der Koordinatorin, um zu eruieren, welche Bedürfnisse der Patient hat. Dies kann sehr unterschiedlich sein. „Die einen sind froh, mit jemandem außerhalb der Familie etwa über das Sterben zu sprechen, die anderen möchten nur, dass sie nicht alleine sind. Viele wollen auch einfach mal Ruhe und meinen: Endlich ist mal jemand da, der nichts von mir will!“

Ausschlaggebend für eine positive Begleitung sei auch, dass die gegenseitige „Chemie“ stimme. Nach dem Erstbesuch, stellen die Koordinatorinnen den Kontakt zum Betreuer her. Dieser lässt auf Wunsch seine Handynummer da. „Allein die Möglichkeit anrufen zu können, hilft vielen schon ungemein, vor allem psychisch!“ Die bedeutet aber für die Mitarbeiter 24 Stunden am Tag ansprechbar zu sein. „Die Betreuung kann, vor allem zum Ende hin, schon sehr intensiv werden. Da kann es vorkommen, dass man nachts angerufen wird. Manchmal sei es für die Mitarbeiterinnen auch selbst hart, einen Sterbenden zu begleiten. „Man leidet auch mit.“

Hilfe bekommen die Hospizmitarbeiterinnen durch regelmäßige Fortbildungen, Teamgespräche und Supervisionäre. Unterstützt  wird der Kreis hierbei von der ALPHA, der Ansprechstelle im Land NRW zur Palliativversorgung, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung. Die Mitarbeit im Hospizkreis ist ehrenamtlich und kostenlos. Den Mitarbeiterinnen werden jedoch die Fahrtkosten erstattet. Ein weiterer wichtiger Punkt sei neben der Begleitung des Patienten, die Unterstützung der Angehörigen: „Wir stehen derFamilie bis zur Beerdigung unterstützend zur Seite.

„Hut ab vor eurer Arbeit“ so die skf –Mitglieder am Ende beeindruckt. Die Referentinnen entgegneten: „Die Arbeit kann schon hart und schwierig sein, doch es macht Freude, wenn man merkt, dass sie gut ankommt und dass allen Seiten geholfen wird.“

GS